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| Leben und Sterben |
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![]() Unsere Gesellschaft hat Sterben und Tod zu einem Tabu gemacht. Darin spiegelt sich die tiefsitzende, kollektive Angst vor der Auslöschung, vor der unabwendbaren Vergänglichkeit dessen, was wir gewöhnlich als unser "Ich" begreifen. Doch der Tod gehört so selbstverständlich zum Leben wie die Geburt. Wir können ihm nicht ausweichen. Wir können ihn ignorieren, aber er umgibt uns. Ob wir hinschauen oder nicht, ob wir uns damit auseinandergesetzt haben oder nicht - eines Tages sterben wir. Unsere Form stirbt. Unsere formlose Essenz bleibt und geht auf eine neue Reise im Mysterium der Existenz. Solange uns jedoch eine solche Erfahrung fehlt, bleiben dies bedeutungslose Worte. Mystiker aller Zeiten sprechen deshalb vom "Stirb bevor Du stirbst und erkenne, dass es keinen Tod gibt". Sie sprechen bereits aus ihrer lebendigen Erfahrung und weisen uns einen Weg für uns selbst - zu erforschen und zu entdecken: Wer bin ich wirklich? Dies ist der Sinn von Meditation: Dass Du Dich selbst erkennst. Du erfährst, Du bist das, was niemals geboren wurde und was niemals stirbt. Die Persönlichkeit und der Körper lösen sich im Moment des Todes ab und kehren zurück in ihre je eigene Dimension. Die Erde holt sich den Körper zurück. Der Geist holt sich die Muster Deiner Persönlichkeit zurück. Du bleibst das, was Du schon immer bist. Der stille Zeuge. Das wahrnehmende Bewusstsein. Meditation ist der einzige Zugang zum Phänomen des Sterbens im Leben selbst. Was dabei stirbt ist die Identifikation mit dem, was Du nicht bist. In diesem Sterben bleibt nur eines unberührt: Dein wahres Sein, Dein ewiges Ich bin. Dieses Ich bin zutiefst zu erfahren, ist der einzige Grund für Meditation. Ruhe, innerer Frieden, Ausgeglichenheit, Mitgefühl sind die natürliche Folge. Aber sie sind kein Ziel. Sie treten ein, wenn Du in Berührung bist mit Deinem wahren Sein. Es ist keine Angst mehr nötig, wenn Du bei Dir selbst angekommen bist. Du bist zuhause bei Dir. Der Verstand hat uns von uns selbst entfremdet. Der Verstand behauptet mit dem Tod ist das Leben zu Ende. Und es gibt keine Argumente gegen den Verstand außer der eigenen Erfahrung. Die Erfahrung, dass das Leben niemals endet. Es mag in der Welt der Erscheinungen eine andere Gestalt annehmen. Seine Essenz jedoch bleibt immer gleich. Meditation ist ein Weg zu dieser Erfahrung. "Eine Wahrheit, die nicht Deine ist, bleibt eine Unwahrheit." Über Meditation zu schreiben, kann uns neugierig machen. Meditation zu erfahren, kann uns zu unserer eigenen Wahrheit führen. Tatsächlich können wir nichts wissen, solange uns das unmittelbar eigene Erleben fehlt. Wir können meinen, glauben, wir können uns überzeugt geben. Doch jede Wahrheit, die nicht der eigenen Erfahrung entspringt, ist eine geborgte Wahrheit. Und mit einer geborgten Wahrheit bleibt in uns immer der Stachel des Zweifels. Deshalb sagt einer der bekanntesten Mystiker des 20. Jahrhunderts, der indische Gelehrte und spirituelle Lehrer Osho: "Meditation ist der einzige Weg, auf dem Du Deine Unsterblichkeit entdecken kannst." Sie ist der einzige Weg, auf dem Du prüfen kannst, ob eine Wahrheit wirklich wahr ist.
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